Geschätzte Lesende

Der IVR befindet sich seit längerem in einer Neuorientierung. Auch wenn das Jahr 2020 von vielen zusätzlichen Herausforderungen geprägt war, wurden einige Beschlüsse gefasst, welche die Zukunft bestimmen werden. Gerne möchten wir Sie über den Stand der verschiedenen Arbeiten und Projekte informieren.

Finanzielle Situation

Die Finanzlage des IVR hat sich im vergangenen Jahr deutlich entschärft. Die Liquidität war immer durch eigene Mittel gesichert und auf Ende Jahr konnten die Darlehen vertragsgemäss zurückbezahlt werden. Die umfangreichen Sanierungsmassnahmen haben die Ressourcen des IVR in hohem Mass gebunden und stehen nun für andere Aufgaben und Projekte zur Verfügung.

Neue Rettungskette

Die bisherige Darstellung der Rettungskette IVR ist in die Jahre gekommen. Deshalb wurde ein neues Design gewählt und die Terminologie angepasst. Der Grundgedanke und der eigentliche Ablauf wurden nicht verändert. Die Weiterentwicklung umfasst eine Erweiterung (Sensibilisierung und Befähigung der Bevölkerung, aber auch die kontinuierliche Wirkungsmessung) und die neue Zuordnung der Glieder der eigentlichen Rettung. Im Wesentlichen wurden die Bereiche, für die der IVR ein GDK-Mandat hat, grafisch hervorgehoben und der Rolle der Sanitätsnotrufzentrale besonderes Gewicht verliehen. (Neue Rettungskette)

Fachkommission IVR und Fachgruppen

Wie bereits an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung 2019 bekannt gegeben wurde, sollen die bisherigen Kommissionen durch die Fachkommission IVR ersetzt werden. Diese setzt sich aus den Vorsitzenden der vier Fachgruppen zusammen. Gerne sprechen wir unseren grossen DANK den Personen aus, welche sich schon bisher für den IVR eingesetzt haben und natürlich auch den neuen Mitgliedern für ihre Bereitschaft, in diesen Gruppen mitzuarbeiten. Die Neustrukturierung ist aufgrund der veränderten Umfeldbedingungen angegangen worden. Der Vorstand wird gemeinsam mit der Fachkommission die als nächstes anstehenden Themen definieren. (Fachkommission)

Nachfolge Vorstand

Die strategische Neuorientierung hat stattgefunden. Im nächsten Schritt geht es darum, konkrete Ziele zu formulieren. Nun kann interessierten Personen, welche sich im Vorstand engagieren möchten, aufgezeigt werden, wie die Arbeitsorganisation angedacht ist. Aufgrund von zwei Rücktritten sind Neuwahlen notwendig. Gabrielle Guex wurde an der letzten Mitgliederversammlung für ein Jahr wiedergewählt (Ausnahmeregelung) und Carlo Casso hat sich entschieden, auf die nächste Versammlung hin seinen Rücktritt einzureichen. An dieser Stelle möchte der Vorstand einen Aufruf in die Romandie richten. Um die nationale Interessen widerzuspiegeln, ist es uns ein Anliegen, Vertretende aus der Westschweiz im Vorstand zu begrüssen. Wir bitten Interessierte, sich beim Präsidenten zu melden.

Geschäftsprüfungskommission (GPK)

Die GPK ist seit der letzten Mitgliederversammlung mit einem neuen Präsidenten sowie neuen Mitgliedern besetzt. Um das genaue Aufgabengebiet und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand zu diskutieren, findet demnächst ein Workshop statt, an welchem die Bedürfnisse und Vorstellungen konkretisiert werden sollen.

Mitgliederversammlung (MV)

Aufgrund der pandemischen Lage plant der Vorstand auch im 2021 eine andere Art der Durchführung der MV. Nach Aufbereitung der Unterlagen für die MV werden diese den Mitgliedern zugestellt. An der Online-Veranstaltung können über die Themen diskutiert und Fragen gestellt werden. Im Nachgang erfolgt eine elektronische Stimmabgabe, wobei die Mitglieder während rund einer Woche die Möglichkeit haben werden, über die Geschäfte abzustimmen.

Bereits entschieden ist, dass der Schweizer Kongress für Notfallmedizin nicht durchgeführt wird. Die anstehenden Geschäfte werden zeitnah nach dem oben beschriebenen Ablauf abgehandelt. Sofern es die Lage zulassen wird, führen wir in der zweiten Jahreshälfte eine physische Veranstaltung durch. Nähere Information werden wir zu gegebenem Zeitpunkt mitteilen.

Richtlinien Rettungsdienst und Patiententransportdienste

Eine lange bestehende Pendenz wurde 2020 weiterbearbeitet. Die überarbeiteten Richtlinien zur Anerkennung von Rettungsdiensten wurden im Herbst an die Gesundheitsdirektoren-Konferenz zur Vernehmlassung eingereicht. Bei der Überarbeitung war die Berücksichtigung der heterogenen Strukturen in unserem Land eine grosse Herausforderung. Der Vorstand ist überzeugt, mit der vorliegenden Version diesem Umstand Rechnung zu tragen, ohne dabei die Grundwerte der bisherigen Stossrichtung zu verlassen. Neu sind die Richtlinien für die Patiententransportdienste, sie sollen den Qualitätsstandard in diesem Bereich vereinheitlichen.

Bericht der Geschäftsstelle

Im vergangenen Jahr gab es einige Veränderungen bei den Mitarbeitenden. Im April konnten wir Nicolas Soldati als Bereichsleiter bei uns begrüssen. Er ist für die Anerkennungsverfahren der französischen und italienischen Schweiz zuständig. Elke Roulin hat sich entschieden, eine neue Herausforderung anzunehmen und hat den IVR auf Ende Oktober verlassen. An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich für die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit. Für die Bereichsleitung Erste Hilfe & First Responder konnten wir Tobias Meyre gewinnen. Der IVR bietet jeweils einer Praktikantin oder einem Praktikanten die Möglichkeit, im Berufsleben Erfahrungen zu sammeln. Pierrick Morel verliess die Stelle wie geplant im Sommer, und diese wurde nun von Leunora Demiri übernommen.  Unerwartet, aber notwendig, wurde das Team mit dem Neuaufbau der IVR-Webseite konfrontiert. Zum ersten Mal wurde bei der neuen Version die italienische Sprache berücksichtigt. Im Zusammenhang mit der COVID-Pandemie hat der IVR eine Diskussionsplattform eingerichtet. Diese ermöglichte allen Anspruchsgruppen (Rettungsdienste, Sanitätsnotrufzentralen, First-Aid-Kursanbieter) den Austausch von Bedürfnissen und Informationen. Aufgrund der guten Erfahrungen hat der Vorstand einer standardmässigen Einführung einer solchen Plattform zugestimmt. Diese wird im Lauf des Jahres auf der IVR-Website eingerichtet.

Projekte

Das Jahr 2020 war geprägt von Aktivitäten zur Optimierung und Konsolidierung der bereits vorhandenen Prozesse und Dienstleistungen. Besonders hervorzuheben ist die Überarbeitung der Richtlinien für die Anerkennung von Rettungsdiensten und für die Patiententransportdienste. Beide sind aktuell in der Vernehmlassung bei den Kantonen. Im Bereich der Ersten Hilfe wurde eine eingehende Analyse aller Prozesse durchgeführt, einschliesslich des IT-Programms OMS. Für dieses Tool sind Optimierungsmassnahmen für das erste Halbjahr 2021 geplant. Im Bereich Klinik & Wissenschaft wurden die Produkte EMRIS und SMEDRIX aktualisiert und besser nutzbar gemacht (vor allem in Bezug auf die Sprachen F/I)., letzteres erstmals als Applikation auch in der Basic-Version. SWISSRECA wuchs ebenfalls weiter und wies zum Jahresende bereits weit über 15’000 erfasste Fälle von präklinischen Herzstillständen auf. Diese Datengrundlage ermöglichte die Durchführung von zwei Studien, welche demnächst publiziert werden.