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Stellungnahme des IVR zu den Initiativen "ICE" bzw. "IN", die empfehlen, die Telefonnummer einer Kontaktperson im Mobiltelefon zu speichern.
Es kursieren seit mehreren Monaten in der Schweiz E-Mails in denen empfohlen wird, dass jede Person in ihr Mobiltelefon unter dem Kürzel „ICE, In Case of Emergency" eine Kontaktperson einträgt, die in einem medizinischen Notfall zu informieren wäre.
Im Frühjahr 2007 wurde ein solches Mail in der Romandie verbreitet, anschliessend im Tessin und im Sommer 2007 tauchte ein solches Mail im deutschen Sprachraum der Schweiz auf.
Die Idee wurde angeblich in Großbritannien geboren und wurde dort verbreitet. Inzwischen ist daraus ein gebührenpflichtiger Service entstanden. In Deutschland und Österreich wird die gleiche Idee verbreitet, jedoch mit der Empfehlung die entsprechenden Kontakte unter „IN, Im Notfall" im Mobiltelefon zu speichern.
In den Mails wird behauptet, es läge im Interesse der Rettungsdienste, Feuerwehren und Polizeien, hiermit ein Instrument zu erhalten, um eine Kontaktperson ausfindig zu machen, die über gesundheit-liche Probleme des Verletzten / Verunfallten informiert werden sollte.
Zunächst erscheint dies eine einfache Möglichkeit, nützliche Informationen den Rettungskräften zugänglich zu machen. Bei genaueren Überlegungen zu dieser Problematik wird jedoch klar, dass hiermit kaum ein verwertbarer Nutzen erzielt werden kann:
1. Im Normalfall kann und soll der Patient selbst Auskunft geben, wer auf welche Art über einen Notfall zu informieren ist.
2. Ist ein Patient so schwer erkrankt oder verletzt, dass er nicht mehr selbst Auskunft geben kann, so liegt es nicht bei den Rettungskräften, die heikle Aufgabe zu übernehmen, Angehörige oder Bekannte zu informieren. Vor einer Information muss auch die Identität des Patienten zweifelsfrei geklärt sein. Ein Eintrag im Mobiltelefon trägt nicht zu Identifizierung bei.
3. Bei schwersten Verletzungen oder Erkrankungen sollte eine Information von Angehörigen niemals über Telefon erfolgen.
4. Für die medizinische Versorgung ergibt sich überhaupt kein Nutzen. Eher könnten Helfer dazu verleitet werden, im Mobiltelefon nach einem solchen Eintrag zu suchen, anstatt Lebensrettende Sofortmassnahmen durchzuführen und Erste Hilfe zu leisten.
5. Da für den deutschen Sprachraum bereits Unklarheit besteht, ob das Kürzel „ICE" oder „IN" verwendet werden soll, entsteht Verwirrung.
6. Die entsprechende E-Mail wurde zum Teil mit dem Betreff „Ein Anliegen der Rettungsdienste" versand. Dies ist eine schlichtweg falsche Behauptung. Auch die Form eines Kettenbriefes mit dem Hinweis, die Mail an möglichst viele Personen weiterzuleiten, ist nicht nur fragwürdig, sondern geradezu verwerflich.
Die Sanitätsnotrufnummer 144 ist seit 1999 flächendeckend in der Schweiz eingeführt. Dennoch kennen nur wenig mehr als 50 % der Bevölkerung die Bedeutung dieser Nummer. Daher hoffen wir, dass die Aktivitäten des Rettungswesens und der Medien sich auf eine Verbreitung dieser wichtigen Nummer konzentrieren und sich nicht mit dieser fragwürdigen Initiative auseinandersetzen.
AM 14.4.2013 fand der Tag des Notrufes statt. Auch dieses Jahr haben sich einige Rettungsdienste angemeldet.
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